Rechte Spalte

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Die Wahl der letzten Ruhestätte

Möglichkeiten der Bestattung

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befindet sich die Bestattungskultur in einem grundlegenden Umbruch. Die Orte von Tod und Trauer wandeln sich. Alternativ zu den bisherigen Bestattungsformen gewinnt der Gedanke zur Natur Einfluss und seit einigen Jahren entwickelt sich eine bisher ungekannte Vielfalt an neuen Formen von Bestattung.

Durch diesen Wandel gewinnen die selbstbestimmten Elemente einen höheren Stellenwert, denn die Entscheidung für die Art der Bestattung ist eine sehr persönliche Angelegenheit.

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Baum- und Waldbestattung

Bild © K.-H. Liebisch, pixelio.de

In einem ausgewiesenen Waldgebiet befinden sich zahlreiche Ruhebiotope. Aus diesen können die Menschen, ihre letzte Ruhestätte auswählen. Die Ruhebiotope unterscheiden sich durch die verschieden-artigsten Biotop-Elemente wie z.B. Bäume, Sträucher, Gräser, Kräuter und Steine.

Die Asche Verstorbener wird z.B. an den Wurzeln eines Baums beigesetzt. Dem liegt die Idee zu Grunde, dass die materielle Hülle des Verstorbenen schneller in den Naturkreislauf zurück gelangt. Hier können einzelne Personen, Freunde oder andere im Leben verbundene Menschen beigesetzt werden. Die Gräber sind einfach und schlicht - die Natur übernimmt die Grabpflege. Diese natürliche Schönheit soll erhalten bleiben.

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Streuwiese

Einige deutsche Friedhöfe bieten Streuwiesen an. Auf dieser ausgeschriebenen Fläche wird die Asche der Verstorbenen aus einer speziellen wiederverwendbaren Urne mit einer Öffnung an der Unterseite ausgestreut. Dabei wohnen die Angehörigen der Verstreuung am Rand der Streuwiese bei und legen Blumen und Gebinde an den vorgesehenen Plätzen ab.

Der Ort der Ruhe und Besinnung durch die Landschaft kann den Hinterbliebenen bei der Überwindung der Trauer helfen und es kann ein tröstlicher Gedanke sein, dass durch diese Art und Weise der Mensch wieder eins wird mit dem Kreislauf von Mutter Erde.

Textauszüge Forum Die Kunst des Abschiednehmens - Irene Wahle, Bild © Stihl024, pixelio.de

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Luftbestattung

Bild © doozi, pixelio.de

Die Asche wird in einer besonderen Zeremonie mit einem Heißluftballon, in ruhiger Fahrt, über einem großen Waldgebiet in Frankreich oder in der Schweiz ausgestreut. Es ist eine schöne alternative Form der Bestattung, für alle diejenigen, die sich mit der Luft und der Natur verbunden fühlen. Eine unbeschreibliche Ruhe im Korb, wenn der Ballon über die Landschaft schwebt und ein völlig anderes loslassen, als an einem offenen Grab.

In Spanien wird die Luftbestattung wahlweise mit dem Flugzeug oder auch dem Helikopter vorgenommen. Sehr schön und speziell ist z.B. die Ascheverstreuung über der Sierra Nevada, die Berge bis zu einer Höhe von 3418m zu bieten hat oder über der Sahara in Marokko.

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Seebestattung

Hierfür wird die Asche in einer speziellen Seeurne dem Meer übergeben. Möglichkeiten bestehen hierfür nahezu in jedem Meer, von Deutschland aus vorwiegend in der Nord- und Ostsee, aber auch im Atlantik oder im Mittelmeer. Die Seebestattung entwickelt sich im bundesdeutschen Raum zu einer sehr beliebten Form des Abschiednehmens. Denn es ist aus mehrerlei Gründen etwas Besonderes.

Die Menschen, die sich für diese Art des Abschiednehmes entscheiden, fahren mit einem Schiff etwa eine halbe Stunde bis eine Stunde aufs Meer. Mutter Natur nimmt die Hinterbliebenen durch ihr Kind - das Meer - in die Arme. Sanfte Wellen, unendliche Farbfacetten des Wassers und des Himmels geben den Menschen Trost. Eine Urne ins Meer hinabgleiten zu lassen, Blumen auf ihren Wellen sanft dahin gleiten lassen hat etwas Tröstliches. Die genauen Koordinaten der Position der Seebestattung werden in das Schiffslogbuch eingetragen, so dass auch eine Gedenkfahrt zum Beisetzungsort durchgeführt werden kann.

Textauszüge Forum Die Kunst des Abschiednehmens - Irene Wahle, Bild © Rainer Sturm, pixelio.de

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Urnenhain / Urnenanlage

Urnengemeinschaftsanlagen sind ausgewiesene Flächen auf dem Friedhofsgelände für ausschließlich anonyme Beisetzungen und die exakte Grabstelle im Feld bleibt unbekannt. In den meisten Fällen gibt es ein Denkmal oder Erinnerungszeichen für die Gesamtanlage. Diese ist stets gepflegt, mit frischen Blumen versehen und bieten Oasen der Besinnung.

In Abwandlung gibt seit jüngerer Zeit halbanonyme Anlagen, in denen bei einheitlicher Gestaltung und Pflege zwar nicht die Grabstelle, aber die Grabanlage individuelle Denkzeichen erlaubt.

Textauszüge Forum Die Kunst des Abschiednehmens - Irene Wahle, Bild © Naliha, pixelio.de

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Kolumbarium

Bild © Bernhard Flack, pixelio.de

Das Kolumbarium wird mehr und mehr zur zeitgemäßen Bestattungsform. Diese Urnennischenwand befinden sich sowohl im Freien, als auch in geschlossenen Räumen – eine Begräbnisstätte in Form einer Halle, eines Gewölbes oder eines Extrabaus, in der Urnen mit der Asche Verstorbener beigesetzt werden.
 
Durch das Wachstum von Städten, das Aussterben der Großfamilie, häufigere Ortswechsel und durch die Veränderung der Bestattungs- und Trauerkultur etablieren sich Kolumbarien im 21. Jahrhundert mehr und mehr als Friedhöfe der Moderne.

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Edelsteinbestattung

Bild © M. Hauck, pixelio.de

Die Edelsteinbestattung ist eine moderne Bestattungsalternative mit Wurzeln in der traditionellen Steinlehre. Steine haben die Menschen schon immer fasziniert. Bereits 4000 v.Chr. fanden sie Verwendung in der chinesischen Edelstein-Therapie und auch nahezu alle anderen alten Kulturen haben sich mit der Kraft der Steine und deren Energien beschäftigt.

Ein Edelstein hoher Qualität wird in einem speziellen aus der Esoterik stammenden Prozess mit der Kremationsasche in Verbindung gebracht und dabei energetisiert. Da der Edelstein selbst keinerlei Bestandteile der Kremationsasche enthält, ist das Verfahren auch für Deutschland zugelassen. Der Edelstein dient den Hinterbliebenen als Urnenersatz und wird zur Erinnerung an den Verstorbenen, respektive zur Trauerbewältigung genutzt. Häufig gewählte Edelsteine sind zum Beispiel Rosenquarz, Bergkristall oder Amethyst.

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Diamantbestattung

Bild © Rike, pixelio.de

Schon immer galt der Diamant als das Symbol der Unvergänglichkeit, der Erinnerung und der Liebe. Die Diamantbestattung ermöglicht die Erinnerung an den geliebten Menschen in einem ganz persönliches Symbol der Liebe zu verfestigen - eine zeitlose Verbindung zu einem geliebten Menschen und ein unvergängliches Erbstück über Generationen sein.

Der Erinnerungsdiamant entsteht ausschließlich aus der übergebenen Kremationsasche, der Rest wird ganz normal an der vorher gewählten Ruhestätte beigesetzt. Nach seiner Entstehung erhält der Rohdiamant den gewünschten Schliff. Auf Wunsch kann der Erinnerungsdiamant mit einer Lasergravur in Mikroschrift mit den Daten des Verstorbenen oder einem beliebigen Text versehen werden und/oder als individuelles Schmuckstück gefertigt werden.

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Weltraumbestattung

Ein kleiner Teil der Asche, etwa sieben Gramm, wird in eine mit Aluminium ummantelte Glaskapseln gefüllt. Jede dieser Urnen-Kapsel trägt einen individuellen eingravierten Sinnspruch. Die restliche Asche des Verstorbenen wird konventionell beigesetzt.

Diese Urne wird zusammen mit anderen Urnen mit bodengestützten "Taurus"- Raketen vom amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien aus gestartet. Es gibt die Weltraumbestattung in der Erdumlaufbahn, eine Reise durch den Weltraum und die Weltallbestattung in der Mondumlaufbahn.

Der Behälter mit den Kapseln löst sich in mehreren hundert Kilometern Höhe vom Satelliten. Er kreist dann Jahrzehnte lang elliptisch um die Erde, bis er irgendwann in die Atmosphäre eintaucht und verglüht wie eine Sternschnuppe. Für diese Mission ist nicht jedes Weltraumprogramm geeignet. Somit muss man sich darauf einstellen, dass es auch längere Wartefristen für eine geeignete Transportmöglichkeit geben kann. In der Regel findet jedes Jahr ein Start statt.

Als Rakete in den nächtlichen Abendhimmel

Wer seine sterblichen Überreste bildhaft den Weiten des Abendhimmels anvertrauen möchte, um sich dann in einem Sternenregen aufzulösen, bekommt auch diesen Wunsch erfüllt. Teile der sterblichen Reste werden in einer Art Sylvesterrakete in den Sternenhimmel entsandt.

Textauszüge Forum Die Kunst des Abschiednehmens - Irene Wahle, Bild © Simon Schwarze, pixelio.de

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