Rechte Spalte

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Rituale des Abschieds und der Erinnerung

Ein Ritual zu sehen, klärt das Leben.
Ein Ritual zu vollziehen, klärt die Seele.

Ein Ritual ist etwas Höchstpersönliches. Wir können mit Hilfe von ihnen Zeichen setzen, Wünsche formulieren und Brücken zu den Verstorbenen bauen. Das richtige Ritual zu finden, bedarf der Intuition. Auf die innere Stimme hören, sie verstehen und übersetzen. Und dafür Symbole finden.

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Einen letzten Gruß mit auf den Weg geben

Manchmal hat man noch so viel zu sagen oder möchte einen letzten Gruß oder Wunsch auf die letzte Reise mitgeben. Dies kann ein Sinnspruch sein, ein Gedicht, eine kleine Zeichnung oder auch ein Brief. Auf Papier gebracht finden auch ungesagte Worte so Ihren Weg und helfen beim Loslassen.

• Lassen Sie Luftballons steigen.
• Schicken Sie ein Briefschiffchen in einem Fluss auf die Reise.
• Lassen Sie ein Kerzenfloß in einem Gewässer schwimmen.
• Legen Sie Ihre Botschaft zum oder in den Sarg oder die Urne.

Einem alten indianischen Brauch nach legt man als letzte Botschaft eine Feder auf das Grab. Der Wind trägt die Feder fort, als Symbol, dass die Seele gehen darf. Ein Symbol des Übergangs zwischen den Welten, die Verbindung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Ein letzter Gruß für die Seelenreise.

Bilder © FlowerLover, Birgit H., pixelio.de

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Ein Ort des Gedenkens

Ein Ort des Gedenkens markiert das Ende eines gemeinsamen Weges und den Ausgangspunkt für einen neuen Wegabschnitt. Er symbolisiert gleichzeitig die Trennung vom geliebten Verstorbenen wie die Erinnerung an ihn und schafft Verbindung und Rückbindung.

Gibt es einen Lieblingsort des Verstorbenen in der Natur, können dort Blumensamen ausgestreut werden, ein Baum gepflanzt oder eine Gedenkplatte aufgestellt werden.

Auch kann man hier gemeinsam mit engen Freunden und Bekannten z.B. Steine beschriften, bemalen und mit Wünschen versehen und daraus eine Spirale bauen und diese bepflanzen.

Ein Gedenkort spricht seine eigene Sprache -
ein Dialog der Erinnerung.

Bilder © Jutta Rotter, Ugub, pixelio.de

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Ein Licht entzünden

(c) sassi, pixelio.de

Dem Anzünden einer Kerze kommt in den religiösen und spirituellen Vorstellungen vieler Kulturen eine wichtige Bedeutung zu. Licht begleitet uns Menschen seit Anbeginn der Zeit und symbolisiert Leben und - auch, aber nicht nur im Christentum - die Seele, die im dunklen Reich des Todes leuchtet. Kerzenlicht verbreitet eine friedliche oder feierliche Atmosphäre und spendet durch den wärmenden Schein Trost und Zuversicht.

Eine Trauerkerze kann auch als Erinnerung oder Geschenk überreicht werden. Es ist schwer zu verstehen, was ein Trauernder in seinem Herzen und seiner Seele austragen muss und so kann eine besondere Trauerkerze das aussagen, wo Worte fehlen. Solch eine Kerze ist sehr persönlich und damit sehr individuell für einen bestimmten Menschen ausgewählt. Die Trauerkerze erleichtert den Abschied von einem Menschen und steht sowohl für die Vergänglichkeit als auch für den Neuanfang.

So werden zum Beispiel am Todestag oder Allerheiligen zum Gedenken an Verstorbene Grablichter aufgestellt. Aber auch unabhängig von Tag, Zeit und Ort kann man ein Licht entzünden, sich ein kleines eigenes Ritual der Erinnerung schaffen und einen gedanklichen Gruß senden. Ein Licht entzünden zeigt, dass die Toten zwar aus dem Leben, jedoch nicht aus dem Herzen gegangen sind.

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Räucherritual

Bereits in vorchristlichen Zeiten wurden zur Verehrung der Verstorbenen wohlduftende Harze, Kräuter und Hölzer verräuchert. Das Räuchern stand schon immer für die Kommunikation mit der geistigen Welt.

Der aufsteigende Rauch versinnbildlicht die Lösung des Geistes von der Materie und weist den Weg in den Himmel. Gleichzeitig dient der Rauch als Träger für unsere Gedanken und Gebete, die wir dem verstorbenen Angehörigen senden können. Dahinter steht der Gedanke, dass wir mit dem von uns Gegangenen weiter in Verbindung bleiben und ihn gleichzeitig loslassen.

Zum Beispiel kann ein Räucherkegel wie Blumen und Kerze zum Grab oder der häuslichen Gedenkstätte gestellt und dort verräuchert werden. Während der Rauch emporsteigt, können wir uns vorstellen, wie wir dem Verstorbenen von Angesicht zu Angesicht unsere liebevollen Gedanken mitteilen oder ein Gebet für ihn sprechen, auf dass es ihm Licht und Frieden spende.

Text und Bild © Heilger Duft | www.heiliger-duft.de

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Den Verschiedenen in die Mitte nehmen

(c) H. Hraban Ramm, pixelio.de

Bei einer Verabschiedung empfinden die Hinterbliebenen und Freunde oft innere Leere und Ratlosigkeit. In dieser schweren Situation ist die Empfindung von Zusammengehörigkeit sehr wichtig.

Aus den Stühlen einen Kreis zu bilden und den Verschiedenen in die Mitte zu nehmen gibt ein gutes Gefühl von Einheit und Harmonie. Im Zentrum, im Herz ist die Erinnerung an das Leben des Verstorbenen, seine Persönlichkeit und seine Besonderheiten.

Jeder der Trauergäste kann etwas mitbringen: eine Blume, ein Mineral, etwas aus Holz - und zusammen zum normalen Blumenschmuck dazu legen und einen Satz dem Verstorbenen in die Mitte zusprechen. Dies gibt eine Atmosphäre des Zusammenhalts und Dabeiseins.

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Den Sarg, die Urne selber gestalten

(c) Tommy S., pixelio.de

Ein sehr persönliches Abschiedsgeschenk ist die Gestaltung des Sarges und der Urne. Indem man sich mit dem Gestaltungsprozess auseinandersetzt, erinnert man sich an die Persönlichkeit des Verstorbenen und gedenkt demjenigen.

Die Bemalung verleiht durch Farben, Symbole oder auch geschriebene Abschiedsworte dem Sarg und der Urne eine persönliche Note und hebt die Einzigartigkeit des verstorbenen Menschen hervor.

Greifen die Angehörigen selber zum Pinsel, erleben sie dies als einen Teil des Abschieds in einer ganz besonderen, friedvollen Stimmung – fast wie ein Zwiegespräch mit dem Verstorbenen. Menschen, die sich mit ihrem Lebensende bewusst auseinandersetzen, finden in der Mitwirkung der Gestaltung ihres Abschieds die Sicherheit, dass alles so umgesetzt wird, wie sie es sich wünschen. Das Gestaltungskonzept kann für die Urnen- und Sargbemalung zu Lebzeiten besprochen werden.

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Trauermahl und Leichenschmaus

(c) Paul-Georg Meister, pixelio.de

Das gemeinsame Essen oder Kaffeetrinken im Anschluss an eine Trauerfeier ist eines von vielen Trauerritualen und ist bereits in vorgeschichtlicher Zeit Europas bekannt. Daran teilzunehmen drückt Anteilnahme, Wertschätzung und Unterstützung aus.

Bei dem Trauermahl wird meist erst wahrgenommen, wie viele Angehörige, Freunde und Kollegen diesen schweren Gang mit ihnen zusammen gegangen sind und vermittelt, dass niemand heute mit seiner Trauer alleine ist. Die Gemeinschaft der Trauergäste gibt den Hinterbliebenen Halt, das gemeinsame Essen und Trinken verbindet und hilft, Abstand von der Beerdigung zu gewinnen.

Die Tradition eines Trauermahls hat wichtige emotionale Aspekte: Es gibt Zeit und Raum für persönliche Worte, gemeinschaftliches Erinnern und Austauschen von Geschichten. Das hat eine entlastende und tröstende Funktion und hilft oft als erster, kleiner Schritt zur Trauerbewältigung.

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